Partitionen sichern mit Partimage

 - by Patrice

Gerade bei einem frisch aufgesetztem System ist es ratsam eine komplette Systemsicherung oder Backup der Partitionen durchzuführen, um bei einem eventuellen Supergau alles komfortabel wiederherstellen zu können. Da es bei der Systempartition problematisch ist, diese im laufenden Betrieb zu sichern, muss eine Live-CD her.

Die Windows-User unter uns kennen warscheinlich so Programme wie Ghost von Norton oder Drive-Image von Power-Quest, die für Windows-Systeme eine gute Wahl sind. Sollen hier jedoch auch andere Betriebssysteme wie z.B. Linux gesichert werden sollte man vielleicht doch eher eine Linux Live-CD oder Knoppix benutzen. Die können dann sowohl Linux, als auch Windows-Partitionen sichern.

Nach etwas Recherche habe ich diese zwei Tools ausprobiert.

Die Datensicherung per dd ist sehr einfach und erstellt eine 1:1 Kopie nicht nur von Partitionen, sondern auch von ganzen Festplatten. Die Handhabung wird in einem separaten Artikel beschrieben.

Der Grund warum ich mich bei der Systemsicherung für Partimage entschieden habe liegt alleine daran, dass die Sicherung mit dd sehr viel Zeit in Anspruch nimmt (in meinem Fall über 12 Stunden!), was mir persönlich zu lange gedauert hätte.

Dafür bietet der Befehl dd den großen Vorteil auch komplett verschlüsselte Festplatten sichern zu können, da hier nicht die einzelnen Dateien, sondern wie gesagt ein “Clone” der Festplatte erstellt wird. Bei der Sicherung eines verschlüsselten Systems mit Partimage muss man die verschlüsselten Partitionen bei der Sicherung erst mounten und anschliessend die jetzt unverschlüsselten Daten, z.B. in einen verschlüsselten TrueCrypt Container sichern. Der Schritt entfällt einfach bei der Nutzung von dd.

Partimage kann wie gesagt mit verschiedenen Dateisystemen umgehen, z.B. auch NTFS.
Am Rande sei hier noch kurz erwähnt, dass die Sicherung von NTFS-Partitionen laut Partimage noch BETA ist.
Das sollte uns aber nicht davon abschrecken auch NTFS-Partitionen zu sichern, das geht problemlos.

Jetzt aber wieder zurück zum Thema “Partition sichern mit Partimage“.
In diesem HowTo nehme ich meine Konfiguration als Beispiel.

Vorbereitungen für das System-Backup

Zuerst brauchen wir eine Live-CD. Hier bietet sich Kanotix an, damit hatte ich noch nie Probleme.
Das runtergeladene Image habe ich mit UNetbootin auf einen USB-Stick installiert, so können wir die LiveCD auch von diesem booten. Das ist gerade bei Netbooks interessant, da diese ja in der Regel kein eingebautes CD/DVD-Laufwerk haben.

Jetzt booten wir den Rechner neu und drücken dabei beim Neustart die “F2″-Taste um im BIOS die Bootreihenfolge so einzustellen, dass vom USB-Stick gebootet wird. Nach dem beenden des BIOS sollte dann Kanotix vom USB-Stick starten.

Partitionen sichern

Die zu sichernden Partitionen werden zuerst aus dem System ausgehängt, damit wir ein konsistentes Backup bekommen. Nach dem umount sind keine Schreibzugriffe auf die jeweiligen Partitionen zu erwarten. Die Festplatte auf die wir das Backup ablegen wollen, sollte natürlich eingehängt bleiben. Sollte das nach dem Start von Kanotix noch nicht der Fall sein, einfach auf dem Desktop auf das entsprechende HD-Icon klicken und das Laufwerk damit mountet.

Weiter gehts auf der Shell. Hier werden wir Partimage starten und eine zweite Shell dazu nutzen um Partitionen zu (u)mounten und Pfade zu bestimmen.

  • “STRG+ALT+F2″ Hier werden wir Partimage ausführen
  • “STRG+ALT+F3″Shell für weitere Arbeiten

Sind die Shells geöffnet, erlangen wir ROOT-Rechte mit folgenden Befehl.

su root

Partimage mit GUI starten

partimage

Auf der zweiten Shell (STRG+F3) schauen wir jetzt nach dem Pfad wo das Backup gespeichert werden soll und geben uns relevante Informationen zu den Laufwerken aus. Wenn noch nicht geschehen, sollten anschliessend die zu sichernden Laufwerke ausgehängt werden.

# Rootrechte erhalten
su root

# In das Verzeichnis wechseln wo das Backup hinkommt
cd /media/sdb1/leBuntu/img/

# Informationen über Plattenplatz und MountPoints ausgeben
df -h

# Inhalt auflisten, damit wir nach dem Backup schauen können wie groß die Dateien geworden sind
ls

# zu sichernde Laufwerke aushängen
umount /media/sda1
umount /media/sda5

Jetzt wechseln wir wieder zu Partimage rüber (STRG+F2).
Das Backup ansich sollte sich problemlos gestalten, da das GUI sehr einfach aufgebaut und selbsterklärend ist.

System sichern mit Partimage

Einstellungen Partimage - hier werden Komprimierung, Datei splitten und Optionen eingestellt.

Im Gegensatz zum Screenshot habe ich im Datei Teilungsmodus “Automatisch (beim Verbrauch des freien Platzes)” ausgewählt, da das Image auf eine externe HD gespeichert wird. Soll das Image auf CDs oder DVDs gebrannt werden, muss die Dateigröße hingegen fest bestimmt werden.

Wichtige Hinweise zu Partimage

Da die Images einer Partition sehr groß werden können empfehle ich dieses zu komprimieren. Bei der Verwendung der BZIP2-Komprimierung ist der MBR nicht zurück zu sichern. Hier bleibt uns zum Glück noch die GZIP-Komprimierung. Aber auch hier gibt es einen kleinen Bug.

Bei der Rücksicherung des Systems muss das Image zuerst mit folgendem Befehl entpackt werden, da Partimage hier nur mit unkoprimierten Daten umgehen kann!

# Datei umbenennen
mv /media/leBuntu/img/sys_image.img.gz.000 /media/leBuntu/img/sys_image.img.gz

# Image entpacken
gunzip /media/leBuntu/img/sys_image.img.gz

Jetzt steht einem erfolgreichen Restore nichts mehr im Weg.

System Wiederherstellen mit Partimage

Zuerst starten wir wieder Partimage mit Rootrechten.

su root
partimage

Dann wählen wir einfach “Partition aus einer Datei zurücksichern” aus und es kann losgehen.

Image wiederherstellen - Partition und Image auswählen

Image wiederherstellen - Partition und Image auswählen

Nach dem drücken der F5-Taste kommen wir auf die folgenden Seite, hier können noch ein paar Optionen eingestellt werden.

Optionen Partimage Restore

Optionen Partimage Restore

Das Setzen der Option “Lösche freie Blöcke mit Nullwerten” kann sinvoll sein, wenn das Image auf einen fremden Rechner gespielt werden soll, hier wäre es unter Umständen nicht gewünscht, dass noch alte Daten auf der Festplatte wiederhergestellt werden können.

Das wars dann auch schon. Nach erfolgreichem Abschluss des Restore einfach den Rechner neu starten, im BIOS die Bootreihenfolge wieder ändern und das System sollte auf dem Stand der Imagedatei sein.

Partimage Server

Für die Datensicherung von mehr als einem Rechner bietet sich die Verwendung des Partimage-Servers an.
Dazu brauchen wir allerdings einen Linux Server, auf dem dieses Paket installerit werden muss.

# Unter Ubuntu oder Debian (universe)
apt-get update
sudo apt-get install partimage-server

Die Bedienung wird ähnlich einfach wie mit Partimage-Standalone sein, das habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Eine sehr gute Anlaufstelle dürfte das Wiki von Ubuntuusers sein, hier findest Du auch weitere Informationen zum Sichern von Daten und weitere für die Systemsicherheit empfohlene Artikel.

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